Sie investieren jeden Monat mehrere Tausend Euro in Google Ads und fragen sich trotzdem, warum die Kosten pro Anfrage steigen? Ein möglicher Grund liegt nicht nur in Ihren Keywords oder Geboten. Potenziellen Kunden suchen jetzt anders als noch vor wenigen Jahren. Diese Veränderung ist messbar. Eine aktuelle Analyse von Search Engine Land zeigt für den Zeitraum Januar 2025 bis August 2026 eine deutliche Verschiebung bei der Länge von Suchanfragen. Für Unternehmen ist das mehr als eine interessante Statistik. Es verändert die Frage, wie Google Ads geplant, getextet und ausgewertet werden sollte.
Google Ads im Wandel: Warum Suchanfragen immer länger werden
Google Ads verändert sich: Nutzer suchen länger, konkreter und mit höherer Kaufabsicht. Was Werbetreibende jetzt bei Kampagnen ändern sollten.

Inhaltsverzeichnis
Die kurze Suchanfrage verliert an Bedeutung
Lange Zeit war das Prinzip im Suchmaschinenmarketing vergleichsweise einfach: Sie identifizieren relevante Keywords, bauen daraus Anzeigengruppen und optimieren Gebote sowie Anzeigentexte. Das funktioniert weiterhin. Aber die Suchanfrage selbst wird komplexer. Google beschreibt die Entwicklung ähnlich. Seit der Einführung von AI Overviews beobachtet der Konzern mehr komplexe und längere Suchanfragen. Mit AI Mode wird diese Entwicklung noch stärker. Nutzer können Fragen stellen, Rückfragen anschließen und Suchprozesse stärker wie ein Gespräch führen. Google meldete im Mai 2026 außerdem, dass AI Mode bereits mehr als eine Milliarde monatlich aktive Nutzer weltweit erreicht habe und sich die Zahl der AI Mode Anfragen seit dem Start quartalsweise mehr als verdoppelt habe. Das bedeutet nicht, dass kurze Suchbegriffe verschwinden. Ein Nutzer wird weiterhin „Photovoltaik Firma“ oder „CNC Fräsen Bayern“ eingeben. Der relative Anteil kurzer Suchanfragen kann aber sinken, während detailliertere Suchanfragen mehr Raum einnehmen. Für Werbetreibende entsteht dadurch eine neue Herausforderung: Nicht mehr nur das Keyword entscheidet über die Relevanz, sondern die dahinterliegende Absicht.
Die Zahlen zeigen eine klare Verschiebung
Die aktuelle Analyse von Jason Tabeling bei Search Engine Land macht diese Entwicklung anhand von Google Ads Daten sichtbar. Wichtig ist die Einordnung: Es handelt sich um eine veröffentlichte Datenanalyse, nicht um eine von Google veröffentlichte Gesamtstatistik über sämtliche Suchanfragen weltweit. Die Werte sind deshalb als Signal für eine Entwicklung zu verstehen, nicht als universelle Marktquote.
| Suchanfragen | Januar 2025 | August 2026 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| 1 bis 2 Wörter | 42 % | 24 % | −18 Prozentpunkte |
| 3 bis 4 Wörter | 33 % | 48 % | +15 Prozentpunkte |
| 5 bis 6 Wörter | Nicht separat hervorgehoben | Zunehmend relevant | Steigende Bedeutung |
| 7 oder mehr Wörter | Geringer Anteil | Zunehmend relevant | Steigende Bedeutung |
Noch interessanter wird die Entwicklung bei den Conversions.
Der Anteil der Conversions aus ein bis zwei Wörter langen Suchanfragen sank laut Analyse von 62 auf 52 Prozent. Gleichzeitig stieg der Conversion Anteil der drei bis vier Wörter langen Suchanfragen von 20 auf 46 Prozent. Suchanfragen mit fünf bis sechs Wörtern legten von 3 auf 9 Prozent zu. Bei sieben oder mehr Wörtern stieg der Anteil von 1 auf 4 Prozent.
Warum längere Suchanfragen häufig wertvoller sind
Stellen Sie sich einen Maschinenbauer vor. Ein Interessent sucht zunächst nach: „CNC Fräsen“
Das ist ein stark umkämpfter Begriff. Gleichzeitig bleibt offen, was der Nutzer tatsächlich benötigt. Vielleicht sucht er einen Maschinenhersteller, eine Definition, einen Lohnfertiger oder Informationen zur Ausbildung. Eine deutlich konkretere Suche wäre: „CNC Fräsen Kleinserie Edelstahl Bayern“
Hier ist wesentlich mehr über die Absicht bekannt. Der Nutzer nennt Verfahren, Material, Losgröße und Region. Für ein Unternehmen, das genau diese Leistung anbietet, ist die zweite Suchanfrage potenziell deutlich wertvoller. Der entscheidende Punkt lautet: Je mehr Kontext ein Nutzer liefert, desto besser können Unternehmen seine Absicht verstehen. Genau diese Entwicklung passt zur neuen Suchlogik von Google.
AI Mode verändert nicht nur Google, sondern auch Google Ads
AI Max erweitert die Steuerung von Suchkampagnen: Google setzt neben Keywords zunehmend auf Broad Match, keywordlose Technologien, Asset-basiertes Targeting und weitere Signale. Unternehmen geben damit stärker vor, welche Kunden, Themen und Geschäftsziele für ihre Kampagnen relevant sind.
Anzeigen und Zielseiten werden automatisierter: Google kann aus bestehenden Anzeigen, Landingpages und Assets neue, zur Suchanfrage passende Inhalte erstellen und über Final URL Expansion passende Zielseiten auswählen. Eine saubere und aussagekräftige Datenbasis gewinnt dadurch weiter an Bedeutung.
Wie die neue KI-Migration Ihre Werbung verändert lesen Sie hier.
Was bedeutet das für Ihr Google Ads Konto?
1. Suchbegriffe nicht mehr nur nach Keywords bewerten
Viele Unternehmen schauen bei der Optimierung vor allem auf Keywords, Klickpreise und Conversionzahlen.
Das allein reicht künftig weniger aus.
Prüfen Sie deshalb regelmäßig:
- Welche konkreten Suchanfragen erzeugen Leads?
- Welche Suchanfragen erzeugen zwar Klicks, aber keine relevanten Anfragen?
- Welche Formulierungen tauchen wiederholt bei guten Leads auf?
- Welche Suchanfragen enthalten konkrete Produktmerkmale?
- Welche Suchanfragen zeigen eine hohe Kaufabsicht?
2. Ihre Landingpages müssen konkretere Fragen beantworten
Wenn Nutzer detaillierter suchen, steigt auch die Erwartung an die Zielseite. Eine allgemeine Seite mit dem Titel „Unsere Leistungen“ reicht für eine hochspezifische Suchanfrage häufig nicht aus. Besser ist eine Landingpage, die den konkreten Bedarf aufgreift.
3. Anzeigen müssen näher an der Kundensprache sein
Die Zeiten allgemeiner Werbeaussagen werden schwieriger. „Innovative Lösungen für Unternehmen“ klingt zwar professionell, sagt aber wenig aus. Wenn Ihre Zielgruppe nach „ERP Software für Maschinenbau mit Serviceabwicklung“ sucht, sollte Ihre Kommunikation möglichst konkret werden:
- ERP für Maschinenbau
- Service und Ersatzteile integriert
- Angebote, Aufträge und Produktion verbinden
- Beratung für mittelständische Unternehmen
Das Prinzip dahinter lässt sich als „Ad Scent“ beschreiben. Suchanfrage, Anzeige und Landingpage sollten inhaltlich erkennbar zusammenpassen.
4. Budgets nicht vorschnell nach Suchwortlänge umverteilen
Ein wichtiger Punkt wird häufig übersehen: Eine längere Suchanfrage ist nicht automatisch eine bessere Suchanfrage. „Günstige Heizungsanlage selber einbauen“ ist lang, kann für einen Heizungsbauer aber weniger interessant sein als „Heizungsbauer Würzburg Angebot“. Deshalb wäre es falsch, einfach mehr Budget auf Suchanfragen mit fünf oder sieben Wörtern zu setzen. Entscheidend sind vielmehr:
- Conversionrate
- Kosten pro qualifizierter Anfrage
- Umsatz oder Auftragswert
- Leadqualität
- Abschlussquote
- Suchintention
Die Query Länge ist ein zusätzliches Analysemerkmal, kein neues Gebotsziel.
Was KMUs jetzt konkret tun sollten
Für Geschäftsführer und Marketingverantwortliche empfiehlt sich ein pragmatischer Ansatz.
1. Analysieren Sie die Suchbegriffe Ihrer wichtigsten Kampagnen nach Wortlänge und Conversionleistung.
2. Identifizieren Sie die drei bis fünf längeren Suchmuster, die besonders viele qualifizierte Anfragen erzeugen.
3. Prüfen Sie, ob Anzeigen und Landingpages genau diese Bedürfnisse aufgreifen.
4. Überarbeiten Sie negative Keywords regelmäßig. Mehr Automatisierung bedeutet nicht, dass Ausschlüsse unwichtig werden.
5. Bewerten Sie AI Max nicht allein anhand von Klicks. Entscheidend ist, ob die zusätzlichen Suchanfragen wirtschaftlich relevante Kunden bringen.
Gerade der letzte Punkt ist wichtig. Google weist darauf hin, dass AI Max mit conversionbasiertem Smart Bidding arbeitet und Suchanfragen, Anzeigenassets sowie Zielseiten stärker automatisiert zusammenführt.
Fazit
Google Ads wird nicht plötzlich keywordlos. Keywords bleiben ein wichtiges Steuerungsinstrument. Was sich verändert, ist ihre Rolle.
Die aktuelle Datenanalyse zeigt eine deutliche Verschiebung hin zu längeren Suchanfragen und einem wachsenden Anteil dieser Anfragen an den Conversions. Google selbst bestätigt unabhängig davon, dass Nutzer zunehmend komplexere Suchanfragen stellen und AI Mode diese Entwicklung verstärkt. Für KMUs lautet die wichtigste Empfehlung deshalb: Optimieren Sie Ihre Google Ads Kampagnen nicht mehr ausschließlich auf Keywords, sondern konsequent auf echte Kundenabsichten. Wer versteht, was ein Kunde mit seiner konkreten Suchanfrage erreichen möchte, kann Anzeigen, Landingpages, Gebote und Budgets deutlich präziser ausrichten. Und genau hier entsteht eine Chance für den Mittelstand. Sie müssen nicht bei jeder neuen Google Funktion reagieren. Sie müssen Ihre eigenen Daten verstehen, gute Signale liefern und regelmäßig prüfen, welche Suchanfragen tatsächlich Geschäft erzeugen. Wenn Sie wissen möchten, wie sich diese Entwicklung auf Ihre Google Ads Kampagnen auswirkt, unterstützt Sie krick.com bei der Analyse, Optimierung und Weiterentwicklung Ihrer SEA Strategie.
Sie interessieren sich auch dafür wie Werbung auf ChatGPT funktioniert? Dann lesen Sie hier unseren Blogbeitrag dazu oder sprechen Sie uns gerne direkt an.
Quellen:
Search Engine Land „Google Ads data shows query length shift post AI Mode“ (abgerufen am 13.09.2026)


