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Fake-Suchergebnisse von Google: Warum Ihr SEO-Tool gerade falsche Rankings anzeigen kann

SEOLesedauer: ca. 6 Minuten
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Ihr Ranking ist eingebrochen? Vielleicht nicht. Google liefert SEO-Tools teils falsche Ergebnisse. So prüfen Sie, ob Ihr Rankingverlust echt ist.

Sie öffnen Ihr SEO-Tool, und über Nacht ist Ihre wichtigste Seite aus den Top 10 verschwunden. Bevor Sie jetzt Texte umschreiben oder Ihre Agentur anrufen, sollten Sie diesen Artikel lesen. Seit September 2026 spielt Google an automatisierte Abfragen teilweise manipulierte Suchergebnisse aus. Davon sind auch die Tools betroffen, mit denen Unternehmen ihre Rankings überwachen. Ihr Absturz ist also vielleicht gar keiner. Hier erfahren Sie, was dahintersteckt und wie Sie echte Verluste von Messfehlern unterscheiden.

Was genau passiert gerade?

Google erkennt automatisierte Abrufe seiner Suchergebnisse und liefert bei einem Teil davon veränderte Ergebnisseiten aus. Diese Seiten heißen SERPs (Search Engine Result Pages), also die Ergebnisseiten, die nach einer Suchanfrage erscheinen. Auf den ersten Blick sehen die Seiten normal aus. Sie enthalten aber andere Treffer als bei einem echten Nutzer. Die Lücken füllt Google mit Inhalten aus sozialen Netzwerken und Foren. Dadurch rutschen andere Websites aus den Top 10.

Bekannt wurde das durch eine Auswertung von Nozzle, einem Anbieter für Ranking-Tracking. Ein Rank-Tracker ist ein Tool, das regelmäßig prüft, auf welcher Position Ihre Website für bestimmte Suchbegriffe steht. Fachleute sprechen dabei von „Poisoned SERPs“, also vergifteten Ergebnisseiten.

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Die wichtigsten Zahlen im Überblick

Nozzle hat 27,5 Millionen Ergebnisseiten aus 49 Ländern ausgewertet. Die Kernergebnisse:

  • 8,0 Prozent aller Ergebnisseiten waren seit dem 13. September 2026 manipuliert. Vorher lag der Wert bei 0,17 Prozent.
  • Zwischen dem 27. und 29. September erreichte der Anteil zeitweise rund 27 Prozent.
  • Auf manipulierten Seiten blieben nur etwa 21 Prozent der üblichen Websites erhalten, normal sind rund 88 Prozent.
  • Bei 58,6 Prozent der manipulierten Seiten fielen die beobachteten Kundenwebsites aus den Top 10.
  • Reddit, Facebook und LinkedIn tauchten deutlich häufiger auf.
  • Anzeigen und Shopping-Bereiche blieben fast unverändert.

Keyfact: Seit dem 1. Oktober 2026 liegt der Anteil manipulierter Ergebnisseiten laut Nozzle täglich zwischen 5 und 11 Prozent.

Warum macht Google das?

Der eigentliche Auslöser sind KI-Unternehmen. Viele KI-Anwendungen holen sich Suchergebnisse von Google, um ihre Antworten mit aktuellen Informationen zu unterfüttern. Das automatische Auslesen von Webinhalten nennt man Scraping. Google will verhindern, dass andere Anbieter seine Ergebnisse in großem Umfang abgreifen.

Der Trick dahinter ist einfach. Eine blockierte Anfrage signalisiert dem Scraper: Versuch es noch einmal mit einer anderen IP-Adresse. Eine manipulierte Seite dagegen wird als echtes Ergebnis gespeichert. Der Fehler fällt also nicht sofort auf. SEO-Tools rufen Suchergebnisse auf dieselbe Weise ab und geraten deshalb mit ins Visier.

Laut Nozzle setzt Google aktuell drei Maßnahmen gleichzeitig ein:

MaßnameWas sie bewirkt
Breite Sperrung von IP-AdressenBlockiert große Netzwerke von Proxy-Servern, über die Tools ihre Anfragen verteilen
Mehr CaptchasFordert häufiger eine Bestätigung, dass ein Mensch sucht
Manipulierte ErgebnisseitenLiefert verdächtigen Anfragen falsche, aber echt wirkende Daten.

Nicht der erste Eingriff dieser Art

Schon im September 2025 hat Google den sogenannten num=100-Parameter abgeschaltet. Mit diesem Zusatz in der Such-URL konnten Tools 100 Ergebnisse auf einmal abrufen statt nur zehn. Danach meldeten viele Websites deutliche Einbrüche bei den Impressionen in der Google Search Console. Impressionen zeigen, wie oft Ihre Seite in den Suchergebnissen angezeigt wurde. Eine Analyse von 319 Websites ergab: 87,7 Prozent verzeichneten weniger Impressionen, 77 Prozent verloren Sichtbarkeit bei Suchbegriffen.

Den Hintergrund zur Abschaltung des num=100-Parameters finden Sie hier

Der Grund: Ein Teil der früheren Impressionen stammte gar nicht von Menschen, sondern von Tools. Ihre Daten sind seitdem also eher ehrlicher geworden. Die neuen Fake-Ergebnisse sind der nächste Schritt in dieser Entwicklung.

Tipp: Wenn Sie Berichte aus der Zeit vor und nach September 2025 vergleichen, berücksichtigen Sie diesen Bruch. Sonst ziehen Sie falsche Schlüsse aus gesunkenen Impressionen.

Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Für Sie als Website-Betreiber ändert sich bei Google selbst erst einmal nichts. Ihre echten Besucher sehen weiterhin die normalen Suchergebnisse. Das Problem liegt in der Messung. Ihr SEO-Tool zeigt Ihnen womöglich einen Rankingverlust an, der in Wirklichkeit nicht existiert.

Das kann teure Folgen haben. Wer auf Basis falscher Daten Inhalte umbaut, Budgets verschiebt oder in Panik verfällt, verschwendet Zeit und Geld. Nozzle beobachtet zudem, dass die Abweichungen meist nach wenigen Tagen verschwinden.

So prüfen Sie, ob ein Rankingverlust echt ist

Der SEO-Experte Brodie Clark empfiehlt einen einfachen Abgleich: Zeigt Ihr Tool einen starken Absturz, prüfen Sie zuerst die durchschnittliche Position in der Google Search Console. Bleibt der Wert dort stabil, handelt es sich wahrscheinlich um einen Messfehler.

Die Google Search Console ist ein kostenloses Tool von Google. Es zeigt Ihnen, wie Ihre Website in der Google-Suche abschneidet. Die Daten stammen direkt von Google und basieren auf echten Suchanfragen.

Lese-Tipp: In der Google Search Console lassen sich jetzt Social Media Konten abbilden

Tipp: Gehen Sie bei auffälligen Veränderungen so vor:

  1. Werten Sie die Search Console aus: Position, Klicks und Impressionen im selben Zeitraum.
  2. Beobachten Sie Ihre Besucherzahlen in Ihrem Analyse-Tool, etwa Google Analytics.
  3. Warten Sie einige Tage ab und prüfen Sie das Ranking erneut.
  4. Fragen Sie bei Ihrem Tool-Anbieter nach, ob bekannte Störungen vorliegen.
  5. Reagieren Sie erst, wenn mehrere Datenquellen dasselbe Bild zeigen.

 

Fazit: Ruhe bewahren und Daten abgleichen

Google schützt seine Suchergebnisse zunehmend gegen automatisierte Abrufe. Das richtet sich vor allem gegen KI-Anbieter, trifft aber auch SEO-Tools. Für Sie heißt das: Vertrauen Sie nicht blind einer einzigen Zahl. Die Search Console ist derzeit Ihre verlässlichste Quelle. Externe Tools bleiben nützlich, sollten aber immer mit echten Google-Daten abgeglichen werden. So treffen Sie Entscheidungen auf Basis von Fakten statt auf Basis von Fehlalarmen.

Bei Fragen stehen Ihnen unsere SEO-Experten gerne zur Verfügung.

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Quellen:

Kunz, Christian (2026): Google liefert Fake-Suchergebnisse für Scraper aus: Auch SEO-Tools betroffen. In: SEO Südwest, 14.10.2026. Online unter: www.seo-suedwest.de/10994-google-liefert-fake-suchergebnisse-fuer-scraper-aus-auch-seo-tools-betroffen.html
(Abruf: 14.10.2026).

Clark, Brodie (2026): Beitrag auf X zur Nozzle-Studie über Poisoned SERPs. 14.10.2026. Online unter: x.com/brodieseo/status/2110123344347447406 (Abruf: 14.10.2026).

Search Engine Land (2025): 77% of sites lost keyword visibility after Google removed num=100. Online unter: searchengineland.com/google-num100-impact-data-462231 (Abruf: 14.10.2026).

 

Über die Autorin

Johanna ist Senior Marketing Managerin und Teamleitung Marketing bei der Krick Unternehmensfamilie. Mit mehr als zehn Jahren Expertise im digitalen Marketing und einem Studium der Betriebswirtschaft bringt sie umfassendes Fachwissen in ihre Position ein.

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