Blog oder kein Blog? Eine Entscheidungshilfe für die Zero-Click-Ära
62 von 100 Suchen auf Google enden heutzutage in Deutschland nicht mehr in einem Klick. Das ist im Vergleich mit anderen Ländern sogar noch gut. Am stärksten treffen diese „Zero-Click-Searches“ informationelle Inhalte und damit Publisher, Blogs und Ratgeber. Wenn die Klicks ausbleiben: Lohnt es sich dann überhaupt noch, Artikel wie diesen zu schreiben?

Inhaltsverzeichnis
Was sind Zero-Click-Searches?
Bei einer Zero-Click-Search findet der Nutzer die Antwort auf seine (An-)Frage bereits auf der Suchergebnisseite. Er muss also überhaupt keine Website mehr besuchen. Insbesondere durch die KI-Tools von Google wie die „AI Overviews“ und den „AI Mode“ kommt es aktuell immer mehr zu solchen klicklosen Suchen.
Solche Suchen sind erstmal nichts Neues. Neben den „Featured Snippets“, die einfache Fragen bereits in den Suchergebnissen beantwortet haben, hat Google auch diverse Werkzeuge in die Suche integriert.
So sieht man ein „Wetter-Snippet“, wenn man nach dem Wetterbericht an einem bestimmten Ort sucht, oder kann seine Internet-Geschwindigkeit testen, wenn man „Speedtest“ eingibt. Nutzer erhalten auch hier schon die Infos oder das Tool, nach dem sie eigentlich gesucht haben und müssen nicht mehr auf eine Website klicken.
Warum sind „Zero-Click-Searches“ ein Problem?
Einfach gesagt: Weil dann der Website-Traffic wegbricht. Manche Branchen oder Unternehmen können das noch ganz gut verkraften. Nutzer, die einen Ratgeber oder Blog besuchen, müssen nicht unbedingt auch etwas kaufen wollen. Der Umsatz einiger Unternehmen wird sich damit wohl kaum verändert haben.
Publisher und Blogs, die ihr Geld mit Werbeanzeigen verdienen, trifft es da schon deutlich stärker. Weniger Klicks auf die Website bedeuten hier, dass auch weniger Leute die Werbung sehen und der Publisher oder Blogger weniger Geld verdient. Deshalb werden die Rufe immer lauter, dass man an den KI-Antworten mitverdienen wolle.
„Given that AIOs appear in a significant share of queries, a share that is likely to rise in the coming months and years, their aggregate impact on publisher traffic is likely to be substantial.“
Agarwal, Saharsh and Sen, Ananya, The Impact of Google AI Overviews on Publisher Traffic and User Experience: Evidence from a Field Experiment (April 03, 2026).
Auswirkungen auf die Blogs und Ratgeber von Unternehmen
Wer das liest, ist doof befindet sich gerade auf dem Blog eines Unternehmens. Natürlich bekommen auch wir bei krick.com die Auswirkungen der AI Overviews zu spüren. Die Klicks werden weniger, obwohl unsere Blogbeiträge in den Suchergebnissen gute Positionen einnehmen. Das hält uns aber nicht davon ab, weitere Beiträge zu verfassen. Warum?
Gründe für Blogs und Ratgeber trotz Zero-Click-Searches
Wir haben trotzdem einen Blog – und insbesondere unser Marketing-Team ist dort sehr aktiv. Dafür gibt es mehrere Gründe, die sich über das Marketing, SEO bis hin in den Vertrieb ziehen.
1. Sichtbarkeit & Quellen für SEO und GEO
Mehr relevante Fachbeiträge → höhere thematische Autorität → stärkere Leistungsseiten
Wir optimieren nicht mehr nur für die eigentliche Suche. Auch KIs (inklusive der AI Overviews) sollten bedacht werden. Solche Modelle brauchen gute Quellen und Inhalte. Wenn wir diese Inhalte liefern und von den KI-Modellen zitiert werden, stärkt das wiederum unsere Marke, weil wir den Nutzern durch Zitate und Erwähnungen im Kopf bleiben.
Ebenso zahlt die sogenannte „Topical Authority“ mit auf die anderen Seiten unserer Website ein. Wenn Suchsysteme wie Google merken, dass wir uns beispielsweise im Bereich SEO sehr gut auskennen, können wir damit unsere eigene Seite für SEO stärken.

Wir verbessern ebenfalls unsere eigenen „Entitäten“. Gemeint sind damit unsere Marke, unsere Produkte und Personen im Unternehmen. KI und Suchsysteme können so beispielsweise verstehen, dass ich (als die Person Jan-Alexander Schmidt) einen Fachbeitrag über SEO verfasst habe und krick.com ein etabliertes Unternehmen für unter anderem Online-Marketing ist.
Zudem ist auch nicht alles Zero-Click. Wenn der Blogbeitrag in der Suche angezeigt oder beispielsweise bei Google Discover ausgespielt wird, kann es durchaus zu Klicks kommen.
2. Vertrauen und Expertise
Gute Beiträge von Experten → Stärkeres Vertrauen in das Unternehmen
Fachbeiträge schaffen Vertrauen. Nutzer könnten unsere Website besuchen und überlegen, ob wir nicht eine gute Agentur sind, um das Google-Ads-Konto für ihr Unternehmen zu verwalten.
Wenn sie dann sehen, dass wir diverse Blogbeiträge zum Thema SEA auf der Website haben, stärkt das das Vertrauen in unser Unternehmen. Wir haben einige Experten im Bereich SEA. Das heißt: Wir können dort auch sehr gute Arbeit leisten.
So ein Blogbeitrag soll zudem nicht nur neue Nutzer erreichen. Auch bestehende Kunden können wir immer wieder abholen. So bleiben wir in Erinnerung und können die Beiträge als Kompetenznachweis nutzen.
3. Vertrieb und Conversion
Hilfreiche Informationen → Unterstützung für den Vertrieb
Sagen wir ein potenzieller Kunde hat im Gespräch mit unserem Vertrieb eine Frage dazu, was wir bei Zero-Click-Searches machen können. Zack – Verweis auf diesen Artikel! Auch hier werden die Beiträge von Experten zu einem wichtigen Beleg für unsere Kompetenz.
Das Ganze geht auch in der Kommunikation mit Bestandskunden. Mal eben in einer Mail auf einen Blogbeitrag verlinken ist einfacher, als dort einen Roman zu schreiben.
Außerdem können wir neue Kunden damit vorinformieren. Ihr lernt zum Beispiel gerade, dass Zero-Click-Searches für euer Unternehmen nicht so schlimm sind und es sich trotzdem lohnen kann, das als SEO/Content-ToDo einzuplanen.
4. Risikostreuung und multiple Kanäle
Wiederverwendbare Inhalte → Nutzen für mehrere Kanäle
Das hier ist nur ein Blogbeitrag. Das heißt aber nicht, dass man die Infos nicht noch für andere Kanäle nutzen kann.
Wir könnten diesen Artikel beispielsweise in einem Newsletter verwenden, auf LinkedIn posten, ein Instagram Reel draus machen, ein langes YouTube-Video filmen oder das Thema auch in einem unserer Webinare ansprechen.
Damit verteilen wir den Nutzen auf mehrere Kanäle. Die fachliche Arbeit muss dabei aber eigentlich nur einmal gemacht werden. Die Kosten pro Kanal sinken und die Reichweite steigt.
5. Interne Wertschöpfung
Gute und relevante Inhalte → Nutzen für das eigene Unternehmen
Auch wenn wir die gesamte Außenwelt ausblenden, haben fachlich gute Beiträge einen Nutzen für uns. Der Artikel liefert vielleicht interessante Informationen für Kollegen oder bietet gutes Material für das Onboarding bei neuen Mitarbeitenden.
Bei Support-Anfragen oder für den Vertrieb bringt das einen Nutzen, da sie auf den Beitrag verweisen können.
Und wenn ihr ganz am Puls der Zeit seid: Eure eigene KI-Assistenz oder ein KI-Chatbot kann auf euren gepflegten Content-Bestand zugreifen und Anfragen besser beantworten.
Wann sollte ich keinen Blog oder Ratgeber aufbauen?
Hier gibt es explizit drei Bereiche, warum sich der Aufbau nicht lohnt. Bei der Überlegung, ob sich ein Ratgeber lohnt, hilft der folgende Test.
Kurztest Ratgeber
- Recherchieren unsere Kunden vor dem Kauf?
- Können wir in unseren Beiträgen Mehrwert liefern (Zahlen, Fallbeispiele, Meinungen)?
- Gibt es eine Person, die das bei uns im Unternehmen machen kann?
Bei dreimal Nein solltet ihr euch das mit dem Ratgeber noch einmal überlegen und die Gründe gegen einen Ratgeber bei euch im Unternehmen genauer unter die Lupe nehmen.
1. Das Geschäftsmodell trägt es nicht
Wenn eure Kunden nicht recherchieren und es auch keine informationellen Anfragen zu eurem Geschäftsmodell gibt, dann ist der Nutzen eines Ratgebers geringer. Das ist insbesondere der Fall, wenn die Leute nichts wissen wollen, sondern direkt etwas kaufen und das Produkt selbsterklärend ist oder an eurem Unternehmen eh kein Weg vorbeiführt.
Wichtig ist dabei aber zu bedenken, dass man mit einem Ratgeber auch Bewusstsein schaffen kann. Wenn ich beispielsweise Lösungen anbiete für Probleme, die Nutzer bis dahin immer für selbstständig gehalten haben. Zum Beispiel, dass es elektrische Rollläden zum Nachrüsten gibt, während man immer davon ausgegangen ist, dass man alles neu machen müsste.
Teilweise ist es auch ein Kosten-Nutzen-Thema. Bei wenig Interesse am Beitrag, aber hohen Kosten für die Erstellung, kann es sein, dass sich ein Ratgeber nicht lohnt. Wichtig ist dabei auch die langfristige Betrachtung: Wie schnell sind die Informationen wieder überholt? Wenn der Beitrag auch in fünf Jahren noch relevant ist, könnte der Nutzen doch da sein.
2. Das Themenfeld gibt es nicht her
Gerade wenn es um eine Branche geht, in der mögliche Beiträge schon hundertfach im Netz sind, ist es schwierig, einen Ratgeber aufzubauen. Man möchte wohl kaum die gleiche Definition oder das gleiche Grundlagenwissen zum 101-ten Mal veröffentlichen.
Ebenso kann es vorkommen, dass bestimmte Themen bereits von größeren Institutionen abgedeckt werden. Gegen riesige Unternehmen, große Onlineshops, Wikipedia, Behörden oder Fachportale kann man nur schwer ankommen.

3. Die Voraussetzungen fehlen
Wenn man einen Blog oder Ratgeber aufbauen möchte, dann muss das auch jemand machen können. Wenn man im Unternehmen weder die Expertise, noch die Leute hat, die da Lust draufhaben, wird’s schwierig. Externe Dienstleister können da etwas nachhelfen, sind aber auf eine gewisse Mitarbeit angewiesen.
Auch wenn die eigene Website generell nicht gut ist, sollte man keinen Ratgeber oder Blog aufbauen. Als SEO-Manager kann ich sagen: Da gibt es andere To-dos, die wichtiger sind und mehr Nutzen bringen.
Fazit: Lohnen sich Blog und Ratgeber noch?
Wir beantworten das eindeutig mit „Ja“. Klicks sind gut, aber unterm Strich nicht alles. Zusammengefasst bringen Blog und Ratgeber nicht nur Klicks, sondern sie können:
- die Marke stärken.
- die SEO-Performance der Website verbessern.
- die Sichtbarkeit in den KI-Antworten erhöhen.
- Sales, Support und (neuen) Mitarbeitenden helfen.
- Vertrauen beim Kunden schaffen.
- sich für mehrere Kanäle nutzen lassen.
Wenn ihr jetzt überlegt, einen Ratgeber oder Blog aufzubauen (oder bestehende Inhalte zu überarbeiten), dann kommt doch gerne auf uns zu. Mit unserer Expertise und unseren Tools im Bereich SEO können wir euch professionelle Unterstützung bieten.
Wie man einen guten Blogbeitrag verfasst, erfahrt ihr in unserem Artikel: Wie sieht der perfekte Blogartikel aus? Tipps für SEO-optimierten Content.




