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Display & Video 360: Was das Update auf Structured Data Files v11 für Ihre Kampagnen bedeutet

SEALesedauer: ca. 6 Minuten
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Google bringt SDF v11 für Display & Video 360. Was ist neu, welche Versionen laufen 2027 aus und wie gelingt der Umstieg? Wir erklären es verständlich.

Frau am Bildschirm bearbeitet Structered Data

Sie buchen Ihre Display- und YouTube-Werbung über Google Display & Video 360 oder lassen dies von einer Agentur erledigen? 

Dann kennen Sie vielleicht das Gefühl: Kaum ist ein Prozess eingespielt, kündigt Google schon die nächste Änderung an. Genau das passiert gerade wieder. Google hat Version 11 der sogenannten Structured Data Files veröffentlicht. Das klingt zunächst nach einem Thema für Technikabteilungen. Tatsächlich hängt davon ab, ob Ihre Massenbearbeitung von Kampagnen auch 2027 noch reibungslos funktioniert. In diesem Artikel erfahren Sie, was sich ändert, welche neuen Möglichkeiten es gibt und was Sie jetzt tun sollten.

Die Grundlagen kurz erklärt

Was ist Display & Video 360?

Display & Video 360, kurz DV360, ist die Plattform von Google für programmatische Werbung. Programmatisch bedeutet: Werbeplätze auf Websites, in Apps, auf YouTube oder im Smart-TV werden automatisiert und meist in Echtzeit eingekauft. DV360 richtet sich vor allem an größere Werbetreibende und Agenturen, die viele Kampagnen parallel steuern.

Was sind Structured Data Files?

Structured Data Files (SDF) sind speziell formatierte CSV-Dateien, also Tabellen, die Sie etwa in Excel oder Google Sheets öffnen können. Mit ihnen lassen sich Kampagnen, Anzeigenaufträge (Insertion Orders), Werbebuchungen (Line Items), Anzeigengruppen und Anzeigen in großer Zahl herunterladen, bearbeiten und wieder hochladen. Statt hunderte Einstellungen einzeln anzuklicken, ändern Sie sie gesammelt in einer Datei.

Google unterscheidet dabei zwei Formate :

  • Standard-Format: Kann heruntergeladen und wieder hochgeladen werden, arbeitet häufig mit numerischen IDs.
  • QA-Format: Nur zum Herunterladen und Prüfen gedacht, dafür mit besser lesbaren Werten wie Klarnamen statt IDs.

Tipp: Nutzen Sie das QA-Format, wenn Sie eine Kampagne kontrollieren möchten, und das Standard-Format, wenn Sie Änderungen hochladen wollen.

Was ist neu in Version 11?

Google hat SDF v11 für alle Nutzerinnen und Nutzer der DV360-Oberfläche freigegeben. 

Die Neuerungen betreffen vor allem YouTube, lokales Targeting und Zielgruppen. Targeting meint dabei die Auswahl, wem oder wo Ihre Anzeige ausgespielt wird.

Neue Felder im Überblick

Laut den offiziellen Release Notes kommen unter anderem folgende Felder hinzu:

BereichNeues FeldBedeutung in einfachen Worten
Line ItemProximity Business Chain TargetingAusrichtung auf das Umfeld von Filialen bestimmter Handelsketten
Line ItemLine Item Deal TypeKennzeichnung der Art des Deals, also der Einkaufsvereinbarung
Line ItemTrueView Instant Deal FelderEinstellungen für YouTube Instant Deals, etwa Anzeigenformat und Brand-Lift-Studien
Ad GroupFirst Position TargetingAusrichtung auf die erste Anzeigenposition
AdPause Ad Image Asset IDsBilder für Anzeigen, die beim Pausieren eines Videos erscheinen

Lokale Sichtbarkeit mit Business-Chain-Targeting

Besonders spannend für den Handel ist das Proximity Targeting auf Geschäftsketten. Proximity Targeting bedeutet Umkreis-Targeting: Ihre Anzeige wird Menschen in einem bestimmten Radius um einen Ort gezeigt. In DV360 lassen sich dafür Geschäftsketten, einzelne Orte, Adressen oder Koordinaten auswählen. Der Standardradius liegt bei 20 Meilen, der kleinste Radius bei einem Kilometer. Zudem muss das Gebiet mindestens 1.000 Einwohner umfassen, damit der Datenschutz gewahrt bleibt. 

Neu ist, dass diese Ausrichtung auf Ketten nun auch über die Line-Item-Dateien gesteuert werden kann.

Tipp: Wenn Sie mehrere Standorte bewerben, sparen Sie mit SDF viel Zeit. Sie hinterlegen das Umkreis-Targeting für alle Filialen in einer Datei, statt jede Werbebuchung einzeln anzupassen.

Mehr Reichweite durch Lookalike Audiences

Lookalike Audiences sind Zielgruppen, die Ihren bestehenden Kundinnen und Kunden ähneln. Google sucht also nach Menschen mit vergleichbarem Verhalten. In v11 lassen sich diese Zielgruppen für alle Anzeigengruppen ein- oder ausschließen, ausgenommen sind lediglich Anzeigengruppen unter Video-Sequenz-Line-Items.

YouTube Instant Deals mit festem Preis

Für YouTube Instant Deals führt Google die Gebotsstrategie Fixed CPM ein. CPM steht für Cost per Mille, also die Kosten pro tausend Einblendungen. Bei Fixed CPM ist dieser Preis fest vereinbart. Für Instant-Deal-Line-Items ist diese Strategie Pflicht, und der Wert im Feld für den Gebotsbetrag muss auf 0 stehen.

Wichtig: Die SDF-Unterstützung für Instant Deals befindet sich laut Google noch in der Beta-Phase und steht nur freigeschalteten Partnern zur Verfügung. Solche Line Items erscheinen nicht in heruntergeladenen Dateien und werden ausschließlich über den eigenen Instant-Deal-Workflow in der Oberfläche angelegt.

Weniger Spalten bei Drittanbieter-Messungen

Viele Werbetreibende lassen Sichtbarkeit, Reichweite oder Markensicherheit (Brand Safety) von externen Dienstleistern messen. Bisher brauchte es dafür eine Spalte für den Anbieter und eine weitere für die Reporting-ID. In v11 entfallen die separaten Reporting-ID-Spalten. Die Anbieter-Spalte enthält die ID nun direkt und erlaubt mehrere Anbieter gleichzeitig.

Tipp: Prüfen Sie Ihre Vorlagen und automatisierten Auswertungen. Verweisen diese noch auf die alten Reporting-ID-Spalten, laufen sie nach dem Umstieg ins Leere.

 

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Warum Sie jetzt handeln sollten

Ältere Versionen laufen aus

Google pflegt in der Regel drei SDF-Versionen gleichzeitig. Erscheint eine neue, wird eine ältere als veraltet markiert und nach meist mindestens sechs Monaten abgeschaltet . Zudem stellt Google die Standardversion bereits vier Wochen vor dem Abschalttermin auf die nächste Version um.

SDF-VersionStatusAbschaltung (Sunset)
v7.1, v8, v8.1bereits abgeschaltet03.03.2026
v9, v9.1, v9.2veraltet seit 29.06.202628.01.2027
v10, v10.1unterstütztnoch nicht angekündigt
v11aktuelle Versionnoch nicht angekündigt
Quelle: Google Developers 

Keyfact: Wer noch mit einer Version vor v10 arbeitet, nutzt laut Google bereits eine veraltete Version, die im Januar 2027 abgeschaltet wird.

Was passiert bei verpasster Umstellung?

Nach dem Abschalttermin sind die alten Versionen nicht mehr verfügbar .

Uploads in alten Formaten werden dann nicht mehr angenommen. Für Sie heißt das im schlimmsten Fall: Geplante Kampagnenänderungen scheitern, und automatisierte Prozesse brechen ab.

So gelingt der Umstieg auf v11

Google stellt einen eigenen Migrationsleitfaden bereit. 
Die wichtigsten Schritte:

  1. Version umstellen: In DV360 unter den Partner- oder Werbetreibenden-Einstellungen (Advertiser Settings, Bereich Basic Details) die SDF-Version auf v11 setzen.
  2. Vorlagen anpassen: Eigene CSV-Vorlagen um neue Spalten ergänzen und entfernte Spalten löschen.
  3. Automatisierungen prüfen: Skripte, Reporting-Tools und Schnittstellen an die neue Spaltenstruktur anpassen.
  4. Testen: Zunächst eine kleine Datei hochladen und das Ergebnis im QA-Format kontrollieren.

Tipp: Arbeiten Sie mit einer Agentur, die Ihre Ads-Konten betreut? Fragen Sie konkret nach, welche SDF-Version aktuell genutzt wird und bis wann die Umstellung geplant ist. So vermeiden Sie böse Überraschungen im Januar.

Fazit

Das Update auf Structured Data Files v11 ist mehr als eine technische Pflichtübung. Es bringt nützliche Funktionen für lokale Werbung, erweitert die Zielgruppenauswahl und vereinfacht die Arbeit mit externen Messdienstleistern. Gleichzeitig rückt der Abschalttermin für ältere Versionen näher. Wenn Sie die Umstellung jetzt planen, sichern Sie Ihre Abläufe und können die neuen Möglichkeiten früh für Ihre Kampagnen nutzen.

Quellen:
Google Developers: Structured Data Files, DV360 API, URL: 
developers.google.com/display-video/api/guides/concepts/structured-data-files/overview
(abgerufen am 13.10.2026).

Google: Geography targeting, Display & Video 360 Help, URL: 
support.google.com/displayvideo/answer/2705812
(abgerufen am 13.10.2026).

Google Developers: Migrate to Structured Data Files v11, DV360 API, URL: 
developers.google.com/display-video/api/structured-data-file/v11-migration-guide
(abgerufen am 13.10.2026).

Über die Autorin

Johanna ist Senior Marketing Managerin und Teamleitung Marketing bei der Krick Unternehmensfamilie. Mit mehr als zehn Jahren Expertise im digitalen Marketing und einem Studium der Betriebswirtschaft bringt sie umfassendes Fachwissen in ihre Position ein.

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