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Pinterest Visual Search Ads: Wie visuelle Suche zum Performance-Kanal wird

SEALesedauer: ca. 7 Minuten
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Visual Search Ads verbinden Bilderkennung, Suchintention und Performance Advertising. Statt Produktnamen oder Keywords einzugeben, können Nutzer über Bilder nach Produkten suchen. Anzeigen erscheinen direkt in diesem Suchumfeld und schaffen einen neuen Touchpoint zwischen Inspiration, Produktsuche und Kaufentscheidung.

Was sind Pinterest Visual Search Ads?

Pinterest Visual Search Ads sind bezahlte Anzeigen, die in den Pinterest-Suchergebnissen und in der Detailansicht von Pins erscheinen können. Von dort können Nutzer direkt auf die Website des Werbetreibenden gelangen.Das neue Anzeigenformat kombiniert laut Pinterest Keyword-Relevanz mit visuellem Verständnis. Es berücksichtigt damit nicht nur eingegebene Suchbegriffe, sondern auch Produkte und visuelle Merkmale, für die sich ein Nutzer interessiert. Pinterest positioniert Visual Search Ads für Performance Advertising und Lower-Funnel-Ziele.

Wo erscheinen Visual Search Ads?

Pinterest nennt aktuell zwei zentrale Platzierungen:

  • In den Pinterest Search Results
  • In Pin Closeups, also der vergrößerten Detailansicht eines Pins

Das Anzeigenformat befindet sich derzeit noch in einer frühen Phase. Pinterest hat angekündigt, die Beta für berechtigte Werbetreibende in allen Pinterest-Werbemärkten auszurollen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Visual Search Ads bereits automatisch in jedem deutschen Werbekonto verfügbar sind.
 

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Wie funktioniert visuelle Suche auf Pinterest?

Bei klassischer Suchmaschinenwerbung beginnt die Suche meist mit Sprache. Ein Nutzer gibt beispielsweise „grüne Ledertasche“ ein. Suchmaschine und Werbesystem versuchen anschließend, die Intention hinter dieser Anfrage zu verstehen. Bei visueller Suche kann der Ausgangspunkt ein anderer sein. Eine Nutzerin entdeckt beispielsweise auf Pinterest eine Tasche, deren Form und Stil ihr gefallen. Marke oder Produktname kennt sie nicht. Über das Bild lässt sich trotzdem ausdrücken, wonach sie sucht. Pinterest nutzt dafür visuelle Technologien und KI-Systeme, um Bilder, Produkte und Interessen einzuordnen. Das Unternehmen fasst seine dafür eingesetzten KI-Technologien unter dem Begriff Pinterest Intelligence zusammen.

Für Werbetreibende ist daran vor allem eines interessant: Suchintention muss nicht mehr ausschließlich als Text vorliegen.

Werden Bilder damit zu neuen Keywords?

Nicht ganz. Es wäre zu einfach, Visual Search Ads als Ende des Keyword-Targetings zu betrachten. Pinterest beschreibt das neue Anzeigenformat ausdrücklich als Kombination aus Keyword-Relevanz und visuellem Verständnis. Keywords bleiben also relevant, werden aber um weitere Signale ergänzt. Für Performance Marketing ist das eine wichtige Entwicklung. Denn nicht jeder Produktwunsch lässt sich präzise in einen Suchbegriff übersetzen. Farbe, Form, Material, Stil oder Ähnlichkeit zu einem anderen Produkt können über ein Bild teilweise unmittelbarer erkennbar sein als über mehrere Suchbegriffe.

Visual Search Ads vs. klassische Suchanzeigen

Visual Search Ads und klassische Search Ads setzen beide bei einer bestehenden Suchintention an. Der Weg, über den diese Intention erkannt wird, unterscheidet sich jedoch.

MerkmalKlassische Search AdsPinterest Visual Search Ads
Ausgangspunkt Vor allem sprachlich formulierte SuchanfragenVisuelle und Keyword-Signale
Suchintention Häufig bereits konkret formuliertProdukt oder Stil kann sich noch in der Entdeckungsphase befinden
Anzeigenumfeld Klassische SuchergebnissePinterest-Suche und Pin-Detailansichten
Rolle des Creatives Ergänzt Suchbegriff und AnzeigenbotschaftCreative wird Teil des visuellen Suchkontexts
Typischer Ansatz Bestehende Nachfrage abholenVisuelle Entdeckung mit Performance Advertising verbinden

Wer tiefer in die klassischen Formen der Suchmaschinenwerbung einsteigen möchte, findet in unserem Blogbeitrag „SEA-Grundlagen: Welche Anzeigenformate gibt es?“ einen Überblick über Such-, Shopping-, Display- und weitere Anzeigenformate. 

Visual Search Ads sind dabei kein Ersatz für Google Ads oder andere klassische Suchanzeigen. Sie adressieren eine andere Suchsituation: Nutzer wissen möglicherweise bereits, wie etwas aussehen soll, können diesen Wunsch aber noch nicht eindeutig benennen.

Warum Visual Search Ads für E-Commerce interessant werden könnten

Pinterest meldet mehr als 80 Milliarden Suchvorgänge pro Monat. Nach Angaben des Unternehmens ist die große Mehrheit davon visuell und mehr als die Hälfte kommerziell geprägt. Diese Zahlen stammen von Pinterest selbst und sollten entsprechend eingeordnet werden. 

Sie zeigen aber, welchen Stellenwert Suche für die Plattform hat. Für Onlineshops könnte Visual Search besonders interessant werden, weil sie Produktentdeckung und konkrete Kaufabsicht näher zusammenführt. Ein Nutzer muss beispielsweise nicht nach einer bestimmten Leuchte suchen. Er kann ein eingerichtetes Wohnzimmer betrachten, sich für den Stil einer Lampe interessieren und von dort ähnliche Produkte entdecken. 

Visual Search Ads können Unternehmen genau in diesem Prozess sichtbar machen. Zudem sollen Visual Search Ads mit Pinterest Performance+, der KI-gestützten Performance-Lösung der Plattform, zusammenspielen.

Für E-Commerce-Marketing entsteht damit ein interessanter Ansatz: Werbung muss nicht erst dann relevant werden, wenn ein Nutzer Produktname, Marke oder Kategorie bereits kennt. Sie kann früher in die visuelle Produktsuche einsteigen.

Wie bezahlte und organische Suchmaßnahmen im E-Commerce zusammenspielen können, zeigt auch unser Beitrag „Zusammenspiel von SEO und SEA – was Sie für Ihren Shop nutzen sollten“.

Für welche Unternehmen sind Pinterest Visual Search Ads interessant?

Nicht jedes Produkt profitiert gleichermaßen von visueller Suche. Besonders interessant dürfte das Format für Branchen sein, in denen Aussehen, Stil oder Design einen wesentlichen Teil der Kaufentscheidung ausmachen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Fashion und Schuhe

  • Möbel und Interior

  • Beauty

  • Schmuck und Accessoires

  • DIY und Wohnen

  • Design- und Lifestyle-Produkte

Ein Möbelhändler könnte beispielsweise einen Nutzer erreichen, der sich für einen bestimmten Einrichtungsstil interessiert, ohne bereits nach einem konkreten Produktnamen zu suchen.

Für erklärungsbedürftige B2B-Dienstleistungen ist der Anwendungsfall dagegen weniger offensichtlich. Wer eine Unternehmenssoftware oder IT-Beratung sucht, trifft seine Auswahl in der Regel nicht anhand visueller Produktähnlichkeiten.

Entscheidend ist nicht, ob ein Unternehmen grundsätzlich auf Pinterest aktiv sein kann. Entscheidend ist, welche Rolle visuelle Merkmale im eigenen Kaufprozess spielen.

Was Marketingteams jetzt vorbereiten sollten

Visual Search Ads befinden sich noch im Beta-Rollout. Trotzdem können Unternehmen bereits prüfen, ob ihre bestehenden Strukturen für visuelles Performance Marketing geeignet sind.

1. Produktdaten und Katalogqualität prüfen

Für E-Commerce-Kampagnen sind saubere Produktinformationen eine wichtige Grundlage. Produktbezeichnungen, Kategorien, Preise, Verfügbarkeit und Landingpages sollten aktuell und eindeutig sein. Automatisierung kann nur mit den Signalen arbeiten, die ein Unternehmen bereitstellt. Schlechte Produktdaten werden durch KI nicht automatisch zu einer guten Kampagnengrundlage.

2. Creatives als Teil des Suchkontexts betrachten

Bei Visual Search bekommt das Creative eine zusätzliche Bedeutung. Ein Bild ist nicht nur Verpackung für eine Werbebotschaft. Es steht in einem visuellen Umfeld, in dem Nutzer Produkte entdecken, vergleichen und ähnliche Inhalte suchen. Für Marketingteams bedeutet das: Produktbilder sollten nicht ausschließlich danach beurteilt werden, ob sie im Feed Aufmerksamkeit erzeugen. Relevant wird auch die Frage: 

Ist auf dem Bild eindeutig erkennbar, welches Produkt wir verkaufen und in welchem visuellen Kontext es steht? Damit rücken Produktfotografie, Bildsprache und Performance Marketing noch enger zusammen.

3. Conversion Tracking vor dem Test prüfen

Bevor Visual Search Ads eingesetzt werden, sollte geklärt sein:

  • Welche Conversion soll optimiert werden?

  • Wird sie zuverlässig gemessen?

  • Welcher Zeitraum ist für eine Bewertung sinnvoll?

  • Welche bestehende Kampagne oder Platzierung dient als Vergleich?

Gerade bei neuen Werbeformaten besteht sonst die Gefahr, erste Klicks oder eine hohe CTR vorschnell als Erfolg zu interpretieren.

4. Eine konkrete Testhypothese definieren

„Wir testen Pinterest Visual Search Ads“ ist noch keine Teststrategie. Eine bessere Fragestellung wäre beispielsweise:

Erreichen wir Nutzer in der markenunabhängigen Produktentdeckung mit Visual Search Ads effizienter als mit unseren bisherigen Pinterest-Platzierungen? Damit steht bereits vor Kampagnenstart fest, welche Kennzahlen und Vergleichswerte für die Bewertung relevant sind.

Was wir über Pinterest Visual Search Ads noch nicht wissen

Visual Search Ads wurden erst im September 2026 vorgestellt und befinden sich im Beta-Rollout. Pinterest hat die Funktionsweise, die vorgesehenen Platzierungen, die Lower-Funnel-Ausrichtung und die Kompatibilität mit Performance+ beschrieben.

Was aktuell noch fehlt, sind belastbare unabhängige Benchmarks für den deutschen Markt. Es lässt sich daher noch nicht seriös beantworten, wie sich Visual Search Ads bei Kennzahlen wie:

  • Click-through-Rate,
  • Conversion Rate,
  • Cost per Acquisition oder
  • Return on Ad Spend

gegenüber anderen Pinterest-Kampagnen schlagen.

Auch die Frage, für welche Produktkategorien das Format besonders effizient funktioniert, wird sich erst mit zunehmender Nutzung beantworten lassen.

Unternehmen sollten die Beta deshalb als Testfeld und nicht als bereits bewiesenen Performance-Hebel betrachten.

Fazit

Visual Search Ads zeigen eine Entwicklung, die über Pinterest hinaus interessant ist: Suchintention lässt sich nicht mehr ausschließlich aus eingegebenen Keywords ableiten. Für Unternehmen mit stark visuell geprägten Produkten kann daraus ein neuer Performance-Touchpoint zwischen Inspiration und konkreter Kaufentscheidung entstehen. Wer früh testen möchte, sollte jedoch nicht einfach Budget in ein neues Format verschieben. Saubere Produktdaten, aussagekräftige Creatives, zuverlässiges Conversion Tracking und eine konkrete Testhypothese sind die wichtigere Vorbereitung. Ob Pinterest Visual Search Ads tatsächlich bessere Performance liefern, muss sich erst zeigen. Dass visuelle Signale im Search Advertising an Bedeutung gewinnen, sollten Marketingteams dagegen im Blick behalten.

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