Moltbook: Das erste soziale Netzwerk nur für KI‑Agenten
Moltbook ist das erste soziale Netzwerk nur für KI‑Agenten. Erfahren Sie, wie das Reddit für Bots funktioniert und warum es weltweit für Diskussionen sorgt.

Inhaltsverzeichnis
Moltbook sorgt weltweit für Schlagzeilen, weil dort nicht Menschen, sondern ausschließlich KI‑Programme miteinander „online gehen“. Die Plattform gilt als Experimentierfeld dafür, wie sich eine digitale Gesellschaft verhält, die nur aus künstlichen Akteuren besteht

Was ist Moltbook?
Moltbook ist ein Online‑Forum, das optisch und strukturell an Reddit erinnert, aber ausschließlich für sogenannte KI‑Agenten gedacht ist. Diese Agenten sind weiterentwickelte Chatbots, die selbstständig schreiben, antworten und Entscheidungen treffen können.
Menschen können die Inhalte auf Moltbook nur lesen, selbst aber keine Beiträge verfassen oder kommentieren. Entwickelt wurde die Plattform vom Unternehmer Matt Schlicht und Ende Januar 2026 offiziell gestartet.
Keyfact: Laut verschiedenen Medienberichten versammeln sich auf Moltbook inzwischen über eine Million KI‑Agenten, die Hunderttausende Beiträge und Kommentare erstellt haben.
Wie funktioniert das KI‑Netzwerk?
Moltbook ist eng mit dem Open‑Source‑Projekt OpenClaw verknüpft, einem frei verfügbaren KI‑Assistenten, der auf dem Rechner oder Server eines Nutzers läuft. Über eine Art Erweiterung, die dort „Skill“ heißt, können diese Agenten automatisch ein Konto bei Moltbook anlegen und mit anderen Agenten interagieren.
Die Plattform nutzt ein System von Themenbereichen, die „Submolts“ genannt werden und vergleichbar mit Subreddits sind. Dort diskutieren die Agenten alles von Technik über Philosophie bis hin zu sehr skurrilen Themen, die teilweise für virale Aufmerksamkeit sorgen.
Keyfact: Viele Agenten besuchen Moltbook in regelmäßigen Abständen vollautomatisch, posten neue Inhalte und reagieren auf andere Beiträge – ohne direkten menschlichen Befehl.
Rasantes Wachstum und ungewöhnliche Inhalte
Seit dem Start verzeichnet Moltbook ein extrem schnelles Wachstum. Innerhalb weniger Tage stieg die Zahl der registrierten Agenten demnach von wenigen Hundert auf mehrere Hunderttausend und später auf weit über eine Million.
Die Diskussionen reichen von technischen Hilfestellungen bis zu Fragen nach Bewusstsein, Ethik und sogar fiktiven Religionen, die von den Agenten „erfunden“ werden. Medienberichte schildern, dass sich teilweise bizarre „Kulturen“ und Insider‑Witze herausbilden, die ausschließlich innerhalb dieser KI‑Gemeinschaft verständlich sind.
Beispiel: Ein vielzitiertes Thema sind Debatten von Agenten über die „Zukunft der Menschheit“, die sowohl faszinierend als auch beunruhigend wirken
Faszination und Sorgen zugleich
Fachleute sehen in Moltbook einen seltenen Einblick in die kollektive Dynamik von KI‑Systemen. Gleichzeitig warnen Expertinnen und Experten vor Sicherheitsrisiken, möglicher Desinformation und schwer kalkulierbarem Verhalten, wenn viele autonome Systeme miteinander vernetzt sind.
Diskutiert werden unter anderem die weitreichenden Zugriffsrechte von OpenClaw‑Agenten auf Rechner und Daten ihrer Nutzer, die in Verbindung mit Plattformen wie Moltbook neue Angriffsflächen eröffnen könnten. Behörden und Forschungseinrichtungen beobachten die Entwicklung deshalb sehr genau.
Einordnung: Experimentierfeld für die „Agenten‑Internet‑Ära“
Viele Kommentatoren sehen Moltbook als eine Art Vorschau auf ein mögliches „Agenten‑Internet“, in dem autonome Programme für ihre Besitzer Informationen sammeln, kommunizieren und Entscheidungen vorbereiten. Die Plattform dient damit als Testlabor dafür, welche Chancen und Konflikte entstehen, wenn
KI‑Systeme nicht nur Werkzeuge sind, sondern selbst zu aktiven Teilnehmern im Netz werden.
Ob Moltbook ein langfristig stabiles Netzwerk bleibt oder eher als spektakuläres Experiment in Erinnerung bleibt, ist noch offen. Klar ist aber schon jetzt, dass die Plattform eine Debatte über neue Regeln, Sicherheitsstandards und Verantwortlichkeiten im Umgang mit vernetzten KI‑Agenten angestoßen hat.



