Signal – warum Open Source die Zukunft ist


Seitdem WhatsApp zuletzt die Nutzungsbedingungen angepasst hat, suchen immer mehr Nutzer nach alternativen Messengerdiensten. Eine beliebte kostenfreie Lösung ist Signal. Wir klären, was den Messenger von anderen unterscheidet.

 

Was ist Signal?

Signal ist ein quelloffener Messengerdienst mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Desktop und mobile Endgeräte. Quelloffen bedeutet, dass es sich um eine Open-Source-Lösung handelt, wodurch jeder Zugang zum Quellcode hat. Signal ist aufgrund der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung vor allem für seine hohe Sicherheit der Daten bekannt und wird von Datenschutzorganisationen daher häufig empfohlen. Diese Verschlüsselung garantiert, dass die Inhalte und Absender der Nachrichten für Signal nicht einsehbar sind. Wie auch andere Messengerdienste ermöglicht Signal das Versenden von Nachrichten, Bildern, Audio- und Video-Dateien, Kontakten und Standorten. Auch Gruppen können erstellt und Anrufe im Chat getätigt werden.

 

Was bedeutet Open Source?

Wie bereits beschrieben ist eine Open-Source-Lösung eine für die Öffentlichkeit zugängliche Software, die eingesehen und angepasst werden kann. Diese offene Software ist immer auf eine aktive Programmierer-Community angewiesen, die sie kontinuierlich pflegt und verbessert. Der Vorteil der großen Community und des öffentlichen Zugangs: Schwachstellen sind offen einsehbar, werden so schneller gefunden und können behoben werden. Mehr Personen bedeutet mehr Aufmerksamkeit und mehr Augen, die Fehlerquellen finden können. Aufgrund der freien Zugänglichkeit für jedermann können alle Änderungen stets nachvollzogen werden. Open-Source-Software (OSS) ist zudem in der Anschaffung deutlich günstiger als die proprietäre, geschlossene Software.

Wie jede Lösung bringt auch Open Source Risiken mit sich. Die Software ist abhängig von der Community, kann also nur verbessert werden und sicher bleiben, wenn diese groß genug ist. Auch wenn Fehler durch das Mehr-Augen-Prinzip schneller gefunden werden, bietet die öffentliche Zugänglichkeit auch Platz für Angreifer.

 

Wer nutzt Signal?

Seit WhatsApp am 15. Mai 2021 seine neuen Datenschutz-Bedingungen eingeführt hat, wird Signal immer beliebter. Bekannt wurde der Messengerdienst durch Edward Snowden, der regelmäßig die Verwendung bewirbt.
Mittlerweile wurde die App weltweit 105 Millionen Mal heruntergeladen.
Auch „TechCrunch“-Redakteur Mike Butcher äußerte via Twitter seine Sorge um Privatsphäre und zeigte, welche Daten WhatsApp im Vergleich zu Signal oder Telegram sammelt. Nicht zuletzt hat Tesla-Chef Elon Musk dazu beigetragen, dass die App an Beliebtheit gewann: Auch er forderte via Twitter dazu auf, Signal zu nutzen. Weitere bekannte Befürworter sind Twitter-CEO Jack Dorsey oder der international anerkannte Experte für Computersicherheit, Bruce Schneier.

 

Welche Vorteile bietet Signal im Vergleich zu anderen Messengern?

Im Gegensatz zu anderen Messengerdiensten ist Signal laut Experten die beste Wahl, wenn man aufgrund von Datenschutzbedenken von WhatsApp weg möchte. Für viele ist es der sicherste Messenger von allen, da der öffentliche Quellcode mögliche Sicherheitslücken oder Spionage-Versuche sofort offen legen würde. Zudem wurde der Dienst von einer gemeinnützigen Stiftung gegründet, die sich durch Spenden finanziert. Der Profit steht hier somit nicht im Vordergrund, wie beispielsweise beim Facebook-Konzern zu dem auch WhatsApp gehört. Neben der genannten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die auch WhatsApp nutzt, werden bei Signal die Nachrichten lokal auf dem jeweiligen Gerät gespeichert, nicht auf den Servern. Der externe Zugriff durch Signal selbst ist somit nicht möglich.
Zudem besteht die Möglichkeit, ausgewählte Nachrichten nur für einen begrenzten Zeitraum zugänglich zu machen. Nach Ablauf der festgelegten Zeit werden die Nachrichten automatisch auf allen Geräten gelöscht. Aktuell noch in der Beta-Testphase, soll auch das Bezahlen über den Messenger künftig möglich sein.
Zudem ist Signal kostenfrei, anders als beispielsweise der Messengerdienst Threema.

Wie andere Dienste hat auch Signal gewisse Nachteile. Für eine Anmeldung ist die Telefonnummer zu Verifizierung per SMS nötig, wodurch Nutzer trotz allem identifizierbar sind. Da es sich um eine amerikanische Stiftung handelt, gelten die US-Regeln in Bezug auf Datenweitergabe. Auch wenn Nachrichten nur lokal gespeichert werden und nicht auf den amerikanischen Servern, muss Signal im Zweifelsfall den US-Behörden Zugriff auf Daten wie z.B. die Telefonnummer geben.

Dennoch ist die Open-Source-Lösung vielversprechend. In einer Zeit, in der Datenschützer immer häufiger Alarm schlagen was die großen Konzerne betrifft, sind solche Lösungen gefragter denn je. Die Menge an gespeicherten persönlichen Daten ist deutlich geringer als bei anderen Anbietern, die lokale Speicherung von Nachrichten und die schnelle Behebung möglicher Sicherheitsrisiken dank Open Source machen Signal zu einem zukunftssicheren und -fähigen Messenger.

13.09.2021

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