20.10.2008, 05:39
Lawrence Lessig schreibt in einem Artikel im Wall Street Journal über die “Copyright-Kriege” und die absurden Auswirkungen der aktuellen Umstände. Er fordert in diesem Artikel fünf Punkte, in denen das Copyright dem digitalen Zeitalter angepasst werden muss:
Ein Urheberrecht, das diese Punkte erfüllt, würde der Internet-Realität in der Tat gerecht werden.
» In Defense of Piracy - WSJ.com (via netzpolitik.org)
Dazu passend auch ein Interview, das Matthias Spielkamp, u.A. Mitgründer von iright.info, mit Martin Kretschmer, Professor am Center for Intellectual Property Policy and Management der Universität Bournemouth, geführt hat. Kretschmer über die von der Musikindustrie verstärkt geforderte Verlängerung der Schutzfrist des Urheberrechts von 50 auf 95 Jahre:
Wenn eine Schutzfrist übertragbar ist, dann profitieren davon in erster Linie die Verwerter, nicht die Musiker, weil die Verwerter dann ja diesen verlängerten Schutz genießen. Wenn man Rechte direkt übertragen kann, landen sie dort, wo die Verhandlungsmacht sitzt. Wir haben in einem Kurzgutachten, unterschrieben von 50 führenden europäischen Wissenschaftlern, dargelegt, dass die Top 10 Prozent der Musiker etwa 80 Prozent der Gesamteinnahmen erzielen. Ein typischer Musiker verdient weniger als 250 Euro im Jahr aus seinen Verwertungsrechten.