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Linktipp: 5 Forderungen für ein besseres Urheberrecht

20.10.2008, 05:39

Lawrence Lessig schreibt in einem Artikel im Wall Street Journal über die “Copyright-Kriege” und die absurden Auswirkungen der aktuellen Umstände. Er fordert in diesem Artikel fünf Punkte, in denen das Copyright dem digitalen Zeitalter angepasst werden muss:

  • Deregulierung des Amateur-Remixes: Digitale Technologien haben die Möglichkeiten, die Kultur um uns herum zu erschaffen und weiter zu verwerten demokratisiert. Wenn Kreativität von Amateuren kommt, die von ihrem neu geschaffenen Werk nicht profitieren, soll sich das Gesetz heraushalten.
  • Deregulierung “der Kopie”: Im digitalen Zeitalter bedeutet jeder Einsatz eines kreativen Werkes das Erzeugen einer “Kopie”. Das mit dem Gesetz zu regulieren, ergibt so viel Sinn, wie das Regulieren von Atmen.
  • Vereinfachung: Wenn Copyright/Urheberrecht jede Privatperson betrifft, die einen Rechner besitzt, darf es nicht kompliziert sein.
  • Effizienz: Das aktuelle System ist ineffizient. Es sollte klar sein, wem was gehört. Und wenn es das nicht ist, liegt es am Eigentümer, die Verhältnisse zu klären.
  • Entkriminalisierung der Generation X: Der Krieg gegen Peer-to-Peer Filesharing ist falsch. Nach einer Dekade des Bekämpfens ist Filesharing weder zurückgegangen, noch wurden Künstler kompensiert

Ein Urheberrecht, das diese Punkte erfüllt, würde der Internet-Realität in der Tat gerecht werden.

» In Defense of Piracy - WSJ.com (via netzpolitik.org)

Dazu passend auch ein Interview, das Matthias Spielkamp, u.A. Mitgründer von iright.info, mit Martin Kretschmer, Professor am Center for Intellectual Property Policy and Management der Universität Bournemouth, geführt hat. Kretschmer über die von der Musikindustrie verstärkt geforderte Verlängerung der Schutzfrist des Urheberrechts von 50 auf 95 Jahre:

Wenn eine Schutzfrist übertragbar ist, dann profitieren davon in erster Linie die Verwerter, nicht die Musiker, weil die Verwerter dann ja diesen verlängerten Schutz genießen. Wenn man Rechte direkt übertragen kann, landen sie dort, wo die Verhandlungsmacht sitzt. Wir haben in einem Kurzgutachten, unterschrieben von 50 führenden europäischen Wissenschaftlern, dargelegt, dass die Top 10 Prozent der Musiker etwa 80 Prozent der Gesamteinnahmen erzielen. Ein typischer Musiker verdient weniger als 250 Euro im Jahr aus seinen Verwertungsrechten.