15.01.2009, 10:49
Im IV. Quartal 2008 nutzten zwei Drittel (66 Prozent) aller deutschen Erwachsenen das Internet zu Hause, am Arbeitsplatz oder anderswo. Dies ist eines der aktuellen Umfrageergebnisse der Forschungsgruppe Wahlen Online.
Im Vergleich zu demselben Vorjahreszeitraum bedeutet dies ein leichtes Plus von drei Prozentpunkten. Im einzelnen nutzten im IV. Quartal im Westen 67 Prozent (plus zwei) und im Osten der Republik 61 Prozent (plus sechs) das Internet sowie unter Männern 73 Prozent (plus eins) und unter Frauen 58 Prozent (plus vier). Zudem gaben 73 Prozent der Befragten an, in ihrem Haushalt existiere ein Internet-Zugang, unabhängig davon, ob sie ihn nutzen oder nicht.
Der Kauf rezeptfreier Medikamente im Internet war im IV. Quartal 2008 nur leicht höher als im gleichen Vorjahreszeitraum. Zehn Prozent aller Deutschen ab 18 Jahren, bzw. 15 Prozent bezogen auf die Gruppe der Internet-Nutzer, kauften online rezeptfreie Medikamente (2007: 14 Prozent, 2006: elf Prozent, 2005: sechs Prozent). Frauen waren hier insgesamt gesehen etwas aktiver als Männer (16 Prozent gegenüber 13 Prozent). Bei Männern nahm zudem die Nutzung mit dem Alter kontinuierlich zu.
Drei von vier Internet-Nutzer stellten im Internet Preisvergleiche an, 63 Prozent kauften online Produkte oder Dienstleistungen, 51 Prozent wickelten ihre Bankgeschäfte online ab, 41 Prozent informierten sich über Politiknachrichten, 37 Prozent riefen Wirtschafts- und Börsennachrichten ab, 36 Prozent nutzten Informationen über Versicherungen und acht Prozent betrieben Online-Brokerage.
Die Mehrheit der Internet-Nutzer (45 Prozent) waren zwischen drei und zehn Stunden in der Woche im Internet, 29 Prozent nutzten es lediglich bis zu zwei Stunden und 25 Prozent über zehn Stunden in der Woche. Damit ist der Anteil der intensiven Nutzer im Vergleich zu vor zwei Jahren um vier Prozentpunkte gestiegen. Männer nutzten das Internet dabei häufiger intensiv als Frauen (30 Prozent gegenüber 18 Prozent).
Nach wie vor gibt es altersspezifische Unterschiede im Umgang mit dem Internet. Während es für jüngere Menschen schon lange zum Alltagsmedium geworden ist, besteht bei Älteren noch immer ein großes Entwicklungspotenzial. In allen Altersgruppen bis 39 Jahren zählen über 90 Prozent zu den Internet-Nutzern, bei jenen bis 49 Jahren sind es 82 Prozent und bei jenen zwischen 50 und 59 Jahren 70 Prozent. In der zahlenmäßig großen Gruppe der über 60-Jährigen steigt der Anteil der Nutzer langsam und stetig an, lag im IV. Quartal 2008 mit 29 Prozent aber noch weit unter dem Durchschnitt von 66 Prozent.
Noch immer ist das Internet ein Medium der formal höher Gebildeten. So nutzten 91 Prozent aller Deutschen mit Hochschulreife das Internet und 78 Prozent jener mit Mittlerer Reife. Bei jenen mit Hauptschulabschluss und Lehre waren es kaum die Hälfte (48 Prozent) und bei jenen mit Hauptschule ohne Lehre nutzten lediglich 29 Prozent das Internet. In Bezug auf die Berufsgruppenzugehörigkeit fallen die Unterschiede nicht ganz so gravierend aus, es heben sich lediglich zwei Gruppen besonders von den anderen ab: Arbeiter waren nach wie vor stark unterrepräsentiert (52 Prozent), Selbstständige deutlich überrepräsentiert (78 Prozent). Außerdem nutzen 69 Prozent der einfachen bis mittleren Angestellten und Beamten sowie 71 Prozent der höheren Angestellten und Beamten das Internet.
Zusammenfassung der Internet-Strukturdaten IV. Quartal 2008 downloaden (pdf, 64 KB)