16.12.2010, 09:04
Tablet-Computer laufen den klassischen Print-Ausgaben der Zeitungen und Zeitschriften immer mehr den Rang ab. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des amerikanischen Reynolds Journalismus Instituts über das Nutzungsverhalten von iPad-Usern.
84 Prozent der 1600 Befragten wollen sich mit Hilfe ihres iPads über das Wichtigste aus aller Welt auf dem Laufenden halten. Fast die Hälfte ist mindestens eine Stunde pro Tag mit der Nachrichten-Lektüre via Tablet-PC beschäftigt. Gleichzeitig haben rund 60 Prozent mindestens noch eine Zeitung als Print-Version abonniert. Dieser Trend ist allerdings rückläufig: drei von fünf "Nachrichtenjunkies" wollen ihr Abo innerhalb des nächsten halben Jahres kündigen. Ein Zehntel hatte dies zum Zeitpunkt der Umfrage bereits getan. Der Großverleger James Murdoch (u.a. Sky Deutschland, The Sun) hatte diesen Prozess schon vorhergesehen: "Das Problem mit den Apps ist, dass sie viel stärker die Printprodukte kannibalisieren als eine Internetseite. Die Menschen interagieren mit einer App sehr ähnlich wie mit einem traditionellen Produkt." Entscheidend für den Vorzug der App scheint auch der Blick in den Geldbeutel zu sein. Die Befragten nannten als Kaufgrund unter anderem einen günstigeren Preis gegenüber der Print-Ausgabe.
Quelle: "iPad kannibalisiert gedruckte Auflagen", FAZ, 14. Dezember 2010