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Rekord: Deutsche laden 6 Millionen Songs auf Handys

(30.03.2009)

Ganze Musikstücke fürs Handy sind so beliebt wie nie zuvor: Rund 6 Millionen Songs haben die Deutschen im vergangenen Jahr auf ihre Mobiltelefone geladen – und für diese Downloads 9 Millionen Euro ausgegeben.

Download in Sekundenschnelle

Den neuen Rekordwert gab der Hightech-Verband BITKOM in Berlin bekannt. „Trotz Wirtschaftskrise sind 12 Prozent mehr Musikstücke auf Mobiltelefone geladen worden“, sagte BITKOM-Vizepräsident Achim Berg. „Viele Nutzer speichern auf Ihren Multimedia-Handys heute ganze Musikbibliotheken.“ Dank schneller Datenübertragung per UMTS dauere der Download von Songs in Originallänge nur noch Sekunden. „Immer günstigere Datentarife der Netzbetreiber tragen zum Erfolg der Downloads bei“, so Berg. Basis der Angaben ist eine Erhebung der GfK Panel Services für den BITKOM.

Wachsender Markt

„Der Markt für Handy-Downloads ganzer Lieder wird 2009 weiter wachsen“, erwartet Berg. Nicht nur durch die technische Weiterentwicklung der Mobiltelefone sei das Herunterladen kompletter Songs attraktiv. Die Titel werden auch günstiger: So sank der Durchschnittspreis im vergangenen Jahr um sieben Prozent auf 1,33 Euro.

Markt für Klingeltöne rückläufig

Während Lieder in Originallänge immer beliebter werden, entwickelt sich der Markt für herkömmliche Klingeltöne rückläufig. Mit 39 Millionen Euro ist er zwar noch mehr als vier Mal so groß wie der Markt für ganze Handy-Songs – doch die Umsätze gingen 2008 abermals um ein Viertel zurück. „Lieder in Originallänge lassen sich bei den meisten Handys inzwischen auch als Klingeltöne nutzen“, nennt BITKOM-Vizepräsident Berg einen Grund für die Verschiebung im Markt. Insgesamt luden die Deutschen im vergangenen Jahr 16 Millionen Klingeltöne auf ihre Mobiltelefone. Darin sind unter anderem auch Freizeichen- und Videoklingeltöne enthalten. Im Jahr 2007 wurden noch 23 Millionen Klingeltöne heruntergeladen.

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IT-Berufe haben bei Jugendlichen einen guten Ruf

(23.03.2009)

Viele Jugendliche und junge Erwachsene haben großes Interesse an IT-Berufen, setzen dieses aber noch zu selten in ein technisches Studium oder eine Ausbildung um. Das hat eine repräsentative Umfrage des Markforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM ergeben.

Gute Berufsaussichten in schwierigen Zeiten

Befragt wurden 1.002 Jugendliche im Alter von 14 bis 25 Jahren. Danach gaben 39 Prozent der Befragten an, dass sie großes oder sehr großes Interesse an einem Beruf haben, der im weitesten Sinne mit Informations- und Kommunikationstechnik (ITK) zu tun hat. Allerdings wollen nur 11 Prozent der Abiturienten Informatik, Elektrotechnik oder Mathematik studieren. Von den Schülerinnen und Schülern, die eine Ausbildung absolvieren wollen, streben sogar nur 6 Prozent einen Beruf im IT-Bereich an. Deutlich beliebter sind kaufmännische, soziale oder künstlerische Berufsfelder. „Viele Jugendliche nutzen die Informations- und Kommunikationstechnik intensiv, streben aber zu selten eine Karriere in den einschlägigen Berufen an“, sagte BITKOM-Präsident Prof. August-Wilhelm Scheer. Nach einer aktuellen BITKOM-Studie wollen zwei Drittel der ITK-Firmen in diesem Jahr neue Jobs schaffen oder die Beschäftigung zumindest stabil halten. Scheer: „Die BITKOM-Branche bietet auch in schwierigen Zeiten gute Berufsaussichten.“

Informatikunterricht an Schulen sinnvoll

 

Nach den Ergebnissen der Umfrage zeigen Jugendliche ein höheres Interesse an IT-Berufen, wenn sie in der Schule am Informatikunterricht teilgenommen haben. „Die Einführung eines Pflichtfachs Informatik ist dringend erforderlich, um mehr junge Menschen für technische Studiengänge und Ausbildungswege zu begeistern“, sagte Scheer. Die Befragung habe ergeben, dass nur die Hälfte aller 14- bis 25-Jährigen in Deutschland am Informatikunterricht teilnimmt oder teilgenommen hat. Bisher ist nur in drei Bundesländern die Informatik Pflichtfach an Oberschulen.

IT weiterhin Männerdomäne

Ein weiteres Problem ist aus Sicht des BITKOM, dass technische Berufe nach wie vor eine Männerdomäne sind. So wollen 17 Prozent der männlichen Abiturienten Informatik, Elektrotechnik oder Mathematik studieren, aber nur 4 Prozent der Frauen. Eine Berufsausbildung im IT-Bereich wollen 14 Prozent der Jungen und nur 1 Prozent der Mädchen machen.

Gutes Image

Trotz dieser Zurückhaltung hat die IT-Branche bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein gutes Image. Laut Umfrage stimmen 81 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass die IT-Branche „Berufe mit Zukunft“ bietet. 72 Prozent sagen, die in der IT-Industrie gebe es „interessante Tätigkeitsfelder“. Immerhin 61 Prozent der Jugendlichen stimmen der Aussage zu, dass die IT-Branche „einen guten Ruf“ hat und 59 Prozent geben an, dass sie „sichere Arbeitsplätze“ bietet. „Die guten Imagewerte führen aber noch nicht zu wesentlich mehr Informatikstudierenden“, sagte Scheer. „Leider wissen viele Jugendliche zu wenig über die vielfältigen Möglichkeiten in der ITK-Branche.“

erlebe IT

Der BITKOM hat daher die Initiative „erlebe IT“ gestartet, die IT-Scouts aus der Wirtschaft in die Schulen vermittelt. „In den unterschiedlichen Berufsfeldern können Jungen und Mädchen ihre persönlichen Stärken und Interessen einbringen“, sagte Scheer. So erfordert Webdesign viel Kreativität, IT-Projektmanagement Organisationstalent und die Software-Entwicklung Spaß an Programmiersprachen. Scheer: „Nur wenn es uns gelingt, die Kluft zwischen grundsätzlichem Interesse und konkreter Berufsplanung zu überbrücken, können wir dem Fachkräftemangel dauerhaft begegnen.“

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Jeder Zweite spart Geld durch das Web

(16.03.2009)

Das Internet gewinnt weiter an Bedeutung für das Verbraucherverhalten. So hat jeder zweite Internetnutzer (53 Prozent) durch das Web bereits Geld bei Anschaffungen und Einkäufen gespart. Das geht aus einer aktuellen Studie des BITKOM hervor.

„Das WWW bietet mehr als günstige Shops, die im Wettbewerb um die besten Preise stehen“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer in Berlin. „Online-Preisvergleiche, Testberichte und Erfahrungen anderer Nutzer helfen vielen Verbrauchern bei der Kaufentscheidung.“ 88 Prozent der Internetnutzer haben im Web bereits Waren gekauft oder Dienstleistungen gebucht.

Handlungsbedarf sieht BITKOM beim Datenschutz: Verbraucher müssten noch intensiver aufgeklärt werden, wie sie ihre Privatsphäre schützen könnten. Längst nicht jeder Kunde von Online-Angeboten lese das Kleingedruckte. „Man sollte die Datenschutzerklärung lesen und prüfen, ob unerwünschte Werbe-Mails abgelehnt werden können“, nennt Scheer ein Beispiel. Weitere Zeichen für die Seriosität eines Angebots seien ein Impressum mit voller Anschrift und Nennung des Geschäftsführers sowie verständliche Geschäftsbedingungen (AGB). Mit die wirksamste Kontrolle üben die Kunden selbst aus: Auf zahlreichen Webseiten können sie die Anbieter beurteilen. Wer gute Bewertungen hat, rückt in die engere Wahl.

Der BITKOM-Studie zufolge fühlt sich jeder zweite Surfer (52 Prozent) vor allem selbst verantwortlich für den Schutz seiner Daten. 44 Prozent sehen die Hauptverantwortung beim Staat, nur 4 Prozent bei der Wirtschaft. „Das hatten wir angesichts der Brisanz des Themas nicht erwartet“, kommentiert BITKOM-Präsident Scheer. „Wir werden weiterhin mit Verbraucherhinweisen Aufklärung zum Datenschutz leisten und aktiv an der Debatte um ein neues Datenschutzrecht teilnehmen.“

Das aktuelle Datenschutzgesetz stamme aus der Ära der Lochkarten, so Scheer. Das Internet sei nicht ausreichend berücksichtigt. „Wir brauchen eine Runderneuerung des Gesetzes. Oberflächliche Änderungen reichen nicht.“ Der BITKOM fordert, sensible Informationen wie Konto- und Gesundheitsdaten besonders zu schützen. Im Fokus müsse zudem die Selbstbestimmung der Verbraucher stehen. Scheer: „Entscheidend ist, dass Kunden wissen, wer ihre Daten zu welchem Zweck nutzen darf.“ Der BITKOM steht dem von der Bundesregierung geplanten freiwilligen Datenschutz-Audit für Unternehmen aufgeschlossen gegenüber und fordert eine bessere Ausstattung der Datenschutzbeauftragten in Bund und Ländern.

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2 Millionen Deutsche wollen 2009 digitale Bücher kaufen

(11.03.2009)

2,2 Millionen Deutsche haben die Absicht, sich in diesem Jahr ein digitales Buch zu kaufen. Das teilte der Hightech-Verband BITKOM mit – wenige Tage vor Beginn der Leipziger Buchmesse.

Basis ist eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag des BITKOM. „Digitale Bücher vereinen die Stärken des Buchs mit den Vorzügen der digitalen Welt – jeder kann die Inhalte Tausender Bücher bei sich tragen, ohne sich abzuschleppen“, sagt BITKOM-Vizepräsident Achim Berg. „Die Zeiten, in denen man sich vor dem Urlaub für den Reiseführer entscheiden musste, gehören der Vergangenheit an. Jetzt können ganze Bibliotheken eingepackt werden.“

Der Markt für digitale Bücher steht derzeit allerdings noch am Anfang seiner Entwicklung. „Mit der Verbreitung preiswerter Netbooks und der neu auf den deutschen Markt kommenden elektronischen Lesegeräte wird die Fangemeinde digitaler Bücher wachsen“, so Berg. Außerdem steige die Zahl der elektronisch verfügbaren Titel stetig.

Ein besonders großes Potenzial wird für Sachbücher erwartet, bei denen es weniger um das haptische Erlebnis beim Lesen als um die Inhalte geht. Viele Fachtitel erscheinen in sehr kleiner Auflage, was die Preise in die Höhe treibt. „Bei Fachliteratur wird sich das digitale Buch zuerst durchsetzen“, sagt Berg. „In der wissenschaftlichen Arbeit sind elektronische Bücher nicht nur wegen des Preises, sondern auch wegen der Suchfunktion überlegen. Wie in einem Word-Dokument kann nach Stichwörtern gesucht oder können Zitatpassagen wiedergefunden werden.“

E-Books kommen bei jungen Menschen besonders gut an. Von den 14- bis 29-Jährigen – also in der Generation der Schüler, Lehrlinge und Studenten – plant jeder Zwanzigste den Kauf eines elektronischen Buches in diesem Jahr.

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E-Learning setzt sich durch

(05.03.2009)

Die Mehrzahl der Großunternehmen setzt E-Learning zur Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter ein. Das ergab eine aktuelle Umfrage unter Personalverantwortlichen in den Top-500 Unternehmen im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM.

Danach nutzen 55 Prozent der Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten das elektronische Lernen mit Computer und Internet. Mittelständische Firmen haben dagegen noch Nachholbedarf. Im Durchschnitt setzt bislang jeder vierte Mittelständler E-Learning ein.

„E-Learning hat sich als fester Bestandteil der Aus- und Weiterbildung etabliert“, sagte BITKOM-Präsident Prof. August-Wilhelm Scheer bei der Vorstellung der Untersuchung auf der CeBIT in Hannover. „In der Wirtschaftskrise kann E-Learning die Personalbudgets ohne Qualitätsverlust bei der Fortbildung spürbar entlasten.“ So nennen zwei Drittel der befragten Unternehmen Kosten- und Zeitersparnis als ein Hauptmotiv für die Nutzung von E-Learning. Wichtigster Grund für die Einführung ist die stärkere räumliche und zeitliche Flexibilität beim Lernen. 86 Prozent der befragten Firmen nennen dieses Motiv. Scheer: „Mit E-Learning übernehmen die Mitarbeiter eine größere Eigenverantwortung für ihren Lernerfolg. Sie können frei entscheiden, wann und in welchem Tempo sie lernen.“

Nach BITKOM-Schätzung hat der deutsche E-Learning-Markt derzeit ein Volumen von ca. 200 Millionen Euro. Er umfasst insbesondere Lernsoftware, digitale Lerninhalte von professionellen Anbietern und spezielle Hardware. Hinzu kommen Beträge, die von den Unternehmen für die Entwicklung individueller Lösungen aufgewendet werden.

Laut BITKOM werden neben den klassischen Anwendungen zunehmend Web-2.0-Tools wie Wikis oder soziale Netzwerke in der betrieblichen Weiterbildung eingesetzt. Gut ein Drittel der Unternehmen nutzt Wikis und Weblogs. „Hier erstellen die Nutzer die meisten Inhalte selbst, was viele Mitarbeiter zum Mitmachen animiert“, sagte Scheer. 27 Prozent der Firmen nutzen Podcasts oder Videocasts, also Ton- oder Videoaufzeichnungen von Seminaren, die per Internet abgespielt werden können. Jedes fünfte Unternehmen setzt soziale Netzwerke ein, in denen sich die Teilnehmer über jobrelevante Themen austauschen können. „Der Einsatz von Web-2.0-Anwenungen gibt dem E-Learning einen enormen Schub“, sagte Scheer. Insbesondere jüngere Mitarbeiter kennen solche Anwendungen bereits aus ihrer Ausbildung oder aus der Freizeit. „Die Unternehmen können Web-2.0-Tools relativ einfach und preiswert einführen. Sie sind damit eine Art Eisbrecher für komplexere E-Learning-Anwendungen“, so Scheer.

Die größte Bedeutung haben nach wie vor die klassischen Formen des E-Learning. Drei Viertel der Unternehmen nutzen Web Based Training (WBT). Beim internetgestützten Lernen werden die Schulungen von den Nutzern online zur Verfügung gestellt und oft auch online durchgearbeitet. 61 Prozent der Befragten setzen das Computer Based Training (CBT) ein, bei dem Anwendungen meist auf einer CD-Rom oder DVD geliefert werden. 41 Prozent der Unternehmen nutzen Videokonferenzen und virtuelle Klassenräume, in denen die Lernenden entweder per Internet oder Telefon direkt miteinander verbunden sind.

Bei den Inhalten stehen laut der BITKOM-Umfrage IT-Standardanwendungen an der Spitze. Drei Viertel der Unternehmen vermitteln den Umgang mit Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder E-Mail-Systemen mit computergestütztem Lernen. 57 Prozent nennen Produktschulungen, 55 Prozent kaufmännische Fachkompetenzen und 53 Prozent Fremdsprachen als Lernziele. Immerhin 43 Prozent der Unternehmen nutzen E-Learning zur Vermittlung von Softskills. Dazu zählen Themen wie Verhandlungsführung, Zeitmanagagement oder Rhetorik. „Bisher galt E-Learning vor allem als günstige Form, Standardwissen schnell an eine große Zahl von Teilnehmern zu vermitteln. Heute kann es für alle Themen und Inhalte genutzt werden – seien sie noch so komplex“, sagte Scheer. Das gelte auch für den Einsatz auf unterschiedlichen Hierarchieebenen. Scheer: „Vom Azubi bis zum Top-Manager – jeder lernt mit Computer und Internet.“

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Jeder Zweite findet Leben ohne Internet undenkbar

(04.03.2009)

55 Prozent der Deutschen können sich ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen. Das ergibt eine neue Studie des Hightech-Verbandes BITKOM.

„Das Web ist keine virtuelle Nebenwelt mehr, es hat den Lebensstil vieler Menschen verändert“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer bei der Vorstellung der Studie auf der Messe CeBIT in Hannover. Unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen sagen sogar 84 Prozent, ein Leben ohne Internet sei für sie undenkbar. „Die Unter-30-Jährigen würden eher auf das Auto oder ihren aktuellen Lebenspartner verzichten als auf Internet oder Handy“, berichtet Scheer. An der repräsentativen Studie zum diesjährigen CeBIT-Leitthema „Webciety“ nahmen 1.000 Deutsche ab 14 Jahren teil.

Im Mittelpunkt der CeBIT 2009 steht, wie das Internet Leben und Gesellschaft verändert. „Unsere Studie zeigt: Das Web ist kein anonymes Medium, das zu sozialer Kälte führt“, so Prof. Scheer. Jeder zweite Nutzer von Internet-Plattformen wie Foren und Communitys findet dort neue Freunde. Jeder sechste, der solche Plattformen nutzt, lernt über das Netz Geschäftspartner kennen – acht Prozent sogar ihren Lebenspartner. „Das Web stiftet reale Beziehungen und führt eben nicht zu Autismus und Entmenschlichung“, kommentiert Scheer. „Das Internet ist ein soziales Medium par excellence.“

Charakteristisch für das Web sei sein breiter Nutzen in vielen Lebensbereichen, unterstrich der BITKOM-Präsident. So berichten 61 Prozent der Internetnutzer, sie hätten ihre Allgemeinbildung verbessert. Jeder zweite hat durch Preisvergleiche und Online-Shopping Geld gespart.

„Die Grenze zwischen Job und Privatleben ist bereits gefallen“, nennt Scheer eine weitere Kernbotschaft der BITKOM-Studie. Zwei Drittel (65 Prozent) der berufstätigen Anwender nutzen das Netz in der Freizeit auch beruflich. Gleichzeitig verwendet jeder zweite berufliche Nutzer (49 Prozent) das Web während der Arbeit für private Zwecke. „Wir appellieren an Unternehmen, diese Verschmelzung zu erkennen und in ihrer Unternehmenskultur umzusetzen“, so Scheer weiter. Interne Regeln für die Erreichbarkeit nach Büroschluss und die private Internetnutzung am Arbeitsplatz seien nötig. „Die Verschmelzung von Job und Privatleben fordert auch Tarifparteien und den Gesetzgeber“, sagte Scheer. „Auch Politik und Sozialpartner brauchen einen Culture Change.“

Beim Datenschutz sieht BITKOM ebenfalls Handlungsbedarf. Mehr als die Hälfte der Internetnutzer sagen, sie seien vor allem selbst für den Schutz ihrer Daten zuständig. 44 Prozent sehen die Hauptverantwortung beim Staat und nur vier Prozent bei der Wirtschaft. „Umso wichtiger ist es, die Debatte um ein moderneres Datenschutzrecht zu führen“, kommentiert Scheer. Sensible Informationen wie Konto- und Gesundheitsdaten müssten besonders stark geschützt werden. Im Fokus soll laut Scheer dabei die Selbstbestimmung der Verbraucher stehen.

Zwei Drittel (64 Prozent) der Deutschen ab 14 Jahren haben zu Hause Internetzugang. Der durchschnittliche Surfer nutzt das Netz aktiv 138 Minuten pro Tag – fast zweieinhalb Stunden. Auffällig ist eine digitale Kluft nach Altersgruppen: Die Deutschen bis 49 Jahre sind gut vernetzt (zu 84 Prozent), die Generation ab 50 deutlich schlechter (40 Prozent).

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Sicherheitsbedenken verhindern Transaktionen im Web

(04.03.2009)

Viele Internet-Nutzer verzichten aus Sicherheitsbedenken auf Transaktionen wie Online-Shopping oder -Banking. 17 Prozent der Internet-Surfer in Deutschland, also insgesamt 8 Millionen Menschen, unterlassen Online-Transaktionen komplett.

Grundlage der Zahlen ist eine repräsentative Befragung des Instituts ARIS im Auftrag des BITKOM. Befragt wurden 1000 Personen ab 14 Jahren. „Laut Studie machen 16 Millionen deutsche Internet-Nutzer aus Sicherheitsbedenken kein Online-Banking“, sagte Prof. Kempf, Präsidiumsmitglied des BITKOM und Vorstandsvorsitzender des Vereins „Deutschland sicher im Netz“. Die Studie wurde anlässlich der Messe CeBIT in Hannover veröffentlicht. 49 Millionen Deutsche ab 14 Jahren nutzen das Internet. Doch 41 Prozent von ihnen schicken wichtige Dokumente lieber per Post statt Mail. Gut jeder vierte Surfer verzichtet auf Online-Shopping, fast jeder fünfte auf die Buchung von Reisen oder Tickets. 20 Prozent der Internet-Nutzer haben nach eigenen Angaben keine Sicherheitsbedenken bei Transaktionen im Web.

„Verbraucher sollten Internet-Dienste weder komplett ablehnen noch ihnen blind vertrauen“, sagte Kempf. Vielmehr gelte es, sich im Internet vernünftig zu verhalten und seinen Computer richtig auszustatten. Laut Umfrage haben 81 Prozent der Internetnutzer ein Virenschutzprogramm installiert – aber nur 55 Prozent eine Firewall, die den externen Datenverkehr überwacht und nach festen Regeln kontrolliert. Es deute viel darauf hin, dass insbesondere Netz-Neulinge mit Begriffen der IT-Sicherheit zu wenig anfangen können. Grundsätzlich sollten Nutzer ihre Software regelmäßig auf den neuesten Stand bringen, mit Bedacht surfen und keine Standardpassworte verwenden. So könnten sich Anwender wirksam gegen Internet-Kriminelle schützen.

Ziel von Internet-Angriffen sind heute seltener die IT-Systeme, also die vorhandene Technik von Unternehmen und Verbrauchern. Betrüger versuchen verstärkt, die digitalen Identitäten der Nutzer anzugreifen, etwa Benutzerkonten in Firmen, private E-Mail-Accounts, Konten bei Internet-Kaufhäusern und -Auktionshäusern sowie Banken. Auch persönliche Steckbriefe in Communitys wie Facebook, MySpace oder Xing sowie private Homepages sind potenzielle Ziele.

In der aktuellen Umfrage gaben 29 Prozent der Internet-Surfer an, sie hätten im Umfeld von Transaktionen im Netz schon einen finanziellen Schaden erlitten – etwa durch Viren, bei Online-Auktionen oder beim Online-Banking. Bei den meisten Opfern (18 Prozent) beschädigten Viren den privaten Rechner, er musste neu konfiguriert oder gar ausgetauscht werden. Jeweils 4 Prozent der Nutzer gaben an, beim Online-Shopping oder einer -Auktion geschädigt worden zu sein, z.B. durch Lieferung von falscher oder minderwertiger Ware. „Erfreulich niedrig ist die Zahl der Opfer beim Online-Banking. 0,6 Prozent der Internet-Nutzer sind nach eigenen Angaben bislang geschädigt worden“, sagte Kempf.

Bei einer Umfrage im Jahr 2008 hatten erst 7 Prozent aller Computernutzer ab 14 Jahre angegeben, schon einmal im Zusammenhang mit der Internetnutzung finanziell geschädigt worden zu sein. Laut BITKOM gibt es mehrere Gründe für den starken Anstieg der Opferzahlen: Die Internet-Kriminellen haben sich professionalisiert, die Zahl der neuen Schadprogramme hat sich vervielfacht und immer breitere Bevölkerungsschichten mit teils geringerem Technik-Know-how nutzen Internet-Dienste. Zudem verlagerten sich mit der steigenden Verbreitung des Mediums auch unseriöse Angebote immer stärker ins Internet.

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