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AWA 2009: Internet wächst weiter

09.07.2009, 03:49

Neue Zahlen aus Allensbach zeigen: Das Internet gewinnt weiter mit erheblichen Wachstumsraten an Zuspruch. Die derzeitige Print-Krise ist keine Nutzungs-, sondern eine Umsatzkrise.

Die Debatte um Print-Strukturkrise und Online-Euphorie wird mehrmals pro Jahr mit Zahlenmaterial zur Nutzerzuwendung versorgt. Die Berichtssaison 2009 in Sachen Medienwandel eröffnete heute die AWA - eine Studie aus Allensbach, die seit Jahren verlässliche Zahlen liefert und zudem für jedermann online zählbar ist.

Das Kernergebnis: Das Internet gewinnt weiter mit erheblichen Wachstumsraten an Zuspruch. Die Rückgänge bei den Tageszeitungen fallen - nach einem zuletzt starken Verlust - dieses Jahr etwas geringer aus. Medienwandel und Digitaliserung sind folglich in vollem Gange, aber sie krempeln das Mediensystem nur gemächlich um.

Der Anteil der täglichen Internetnutzer in der Gruppe der 14- bis 64-Jährigen ist laut AWA’09 von 40,0 auf 44,3 Prozent gestiegen - ein Wachstum um 10 Prozent. Noch stärker wuchs der Anteil der 14- bis 64-Jährigen, die angebeten, sich gestern im Internet über das aktuelle Geschehen informiert zu haben. Er wuchs von 13,3 auf 16,0 Prozent - ein Wachstum um 20 Prozent — allerdings von einem niedrigen Niveau aus: Diesen 16,0 Prozent stehen weiterhin 44,7 Prozent gegenüber, die sich am Vortag in einer Zeitung über das aktuelle Geschehen informiert haben, – und 64,4 Prozent, die dafür auf das Fernsehen zurückgegriffen haben.

Die derzeitige Print-Krise in Deutschland ist daher unter dem Blickwinkel der neuen AWA-Zahlen keine akute Nutzungskrise, sondern eine Umsatzkrise im Anzeigenmarkt. Die Anzeigenkunden folgen den Nutzern ins Netz, wo die Anzeigenpreise niedriger sind.